| "Ich
trat vor Jahren an die Berge heran, behaftet mit allen Vorurtheilen des
Volkes über die Alpenwelt. Ich sah und entdeckte, ich suchte und
fand, zögernd wagte ich eins um das Andere, weil das, was ich vorher
gewagt, ein Wagniss nicht gewesen war. Ich sah die Bäume und Büsche
verschwinden, die grüne Decke vom Felsenboden sich streifen, ich sah den
Fels. Ich sah den Weg, der ohne Führer nicht zu finden, offen vor mir
liegen, ich sah die Pfade und Gänge eng an den steilen Hängen. Ich stieg
hinauf zur Scheitelhöhe des Grats, zum zackigen Firste und überkletterte
seine Zähne, die bretterdünne Schneide sah ich nicht, über welche nach
Seiltänzer-Art der Bergsteiger balanciren solle. Und ich stand auf der
Gipfelzinne, auf die allein zu gehen für Wahnsinn galt, einige Stunden
lang war ich aufwärts gestiegen, hatte meine Weglinie überlegt im Voraus
bestimmt - sonst Nichts. Das also war des Pudels Kern! - Das sind die
Berge, das ist Bergsteigerei!"
Nun, ganz so
dramatisch wie Hermann von Barth sich in der Einleitung zu seinem
Klassiker 'Aus den nördlichen Kalkalpen' ausdrückt, würde ich es heute
nicht mehr tun. Außerdem sollte man Berge nicht nur auf das Bergsteigen
reduzieren (wozu auch ich gerne neige).
Die Berge heutzutage sind alles
mögliche, z. B. Naturwunder, Postkartenkitsch, Spielwiese,
Urlaubsregion, Heimat etc.
Unter Bergen verstehe ich
zunächst einmal natürlich die wunderschönen Gesteinsformationen, die
uns alle so faszinieren. Berge bedeutet aber auch das sie umgebende Land, das Vorland. Ohne diese Umrahmung
würden die Riesen ihre Wirkung verlieren, man braucht manchmal eine
gewisse Distanz, um die wahre Größe und Schönheit der Berge zu
erkennen. Berge brauchen Menschen, die dort leben und wirtschaften. Berge
brauchen Dörfer und Architektur - ein hochgradig schöner Kontrast,
sofern ein authentischer Baustil beibehalten wird.
Dass Berge auch dankbare und geduldige Fotomotive
sein können, möchte ich mit meinen Bildern zeigen.
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